tour2005_1

07.06.2005

Nun war er endlich da : der Tag der Abreise !
Schon sehr früh stand ich auf dem Lübecker Flughafen und war erstaunt über mich selbst. War ich doch garnicht so aufgeregt, wie ich befürchtet hatte.
Mir war nur langweilig bei 2 Stunden Wartezeit und etwas weinerlich zu Mute.


Nach ca. 1 Stunde geschah dann das Unglaubliche :
eine blonde , fröhlich lachende Karin mit Hund Eliot kam um die Ecke !
Was hab ich mich gefreut ! Jemand, der mich verabschiedet und knuddelt bevor es losgeht und vor allem, sie brachte mir einen Begleiter mit: das *Reisebärchen*. So verging die restliche Wartezeit wie im Fluge und ehe ich mich versah, saß ich auch schon im Flieger, der mit Ziel Irland abhob...
Nach 2 Stunden Flugzeit war ich dann endlich in Shannon angekommen. Meine rote Tasche war auch heil angekommen und ich machte mich auf, den Leihwagen zu übernehmen.
 

Das war dann dieses Gefährt...



natürlich die britische Ausstattung : Fahrersitz rechts und Schaltung links!
Oje, oje... nun konnte das Abenteuer losgehen... Erst einmal ein paar Runden auf dem Parkplatz und dann todesmutig hinaus auf die Strasse... natürlich sofort falsch abgebogen und in einem Menschen- und autoleeren Industriegebiet gelandet...

was zum Üben aber nicht schlecht war ! Konnte ich doch den verdammten Rückwärtsgang bei diesem Wägelchen nicht finden !
Nun aber, endlich gings los : die Strasse nach Limerick war gut zu bewältigen aber dann folgte schon bald die erste Herausforderung : Limerick ist eine doch schon ziemlich grosse und sehr quirlige Stadt... und ich musste den richtigen Weg finden !
Das Problem : alle fuhren ziemlich schnell und ein Kreisverkehr - roundabout - folgte auf den nächsten ! Ich kreiselte und kreiselte ! ..und irgendwie kreiselte ich dann wohl verkehrt und landete statt auf der Umgehungsstrasse mitten in der Stadt ! Also mutig links weiter und zum nächsten roundabout... das übt, kann ich euch sagen !

Plötzlich, wie durch ein Wunder : ich war wieder auf der E21 und die führt nach Killarney , und genau da wollte ich ja auch hin...


... Killarney habe ich dann auch gefunden, nur konnte ich bei einem kleinen Stopp zum Verschnaufen den Rückwärtsgang immer noch nicht finden... peinlich ! Also habe ich dann steil bergauf geparkt, da erledigte sich dann das Problem von allein...
leider habe ich dann mit dem linken Aussenspiegel noch eine grosse Mülltonne erwischt, aber die war zum Glück aus Kunststoff und keiner hats gesehen !
Nun musste ich nur noch mein B&B finden.... 3x nach dem Weg gefragt : 2 x recht freundliche Antworten bekommen, leider wohl auf gälisch, nix verstanden. Der dritte freundliche Herr zeichnete mir dann eine Karte auf ein Stück Papier !
Damit fand ich dann eine Tankstelle und dort fragte ich erneut ! Welch Wunder : ein anwesender Kunde erkannte das Problem, gestikulierte wild und fuhr dann vor mir her !
Nach 5 Minuten hatte er mich heil vor mein B&B gelotst... wo ich dann von Noreen gleich mit einer dicken Umarmung und Küsschen links, Küsschen rechts begrüsst wurde !
Ich bezog dann mein pink gestrichenes  (scheinbar die Modefarbe Nr. 1 im Moment in Irland)  Zimmer für die nächsten 4 Tage und *felt comfortable* !



Nach einer kurzen Ruhepause und einer Zigarette im Garten machte ich mich dann per Pedes auf in die Stadt. Den Rückwärtsgang hatte ich ja immer noch nicht gefunden und Vorsicht ist die Mutter der Porzellankiste... Der Weg war lang... ich war hundemüde, also blieb es bei einer kurzen *Schnuppertour* ... und ich habe schnell den langen Heimweg, immer bergauf, angetreten...
... kaum zu glauben, aber um 21:00 Uhr machte ich mich auf ins Land der Träume..

was würde der nächste Tag bringen ?


08.06.2005

Nach einer unruhigen Nacht gab es das erste Irish Breakfast.
Bacon, Spiegelei *upsidedown*, Würstchen, Tomate, Toast, Brownbread, Marmelade und Butter ! Wer sollte das alles essen ?

Mit mir frühstückt noch ein älteres Paar aus England und man spricht natürlich übers Wetter ! Kaum zu glauben, aber es ist strahlend blauer Himmel und die Sonne brennt schon um 10:00 Uhr morgens heiß vom Himmel. Also mache ich mich nach dem Breakfast auf und starte in Richtung Ross Castle. Das kann ich guten Gewissens tun, denn ich habe den vermaledeiten Rückwärtsgang doch tatsächlich gefunden ! Man muss den Abschlußring der Kunststoffmanschette am Schaltknüppel erst nach oben ziehen, dann kann man nach rechts und dann nach unten.... verstanden ? Kann auch nur Italienern einfallen....
Nun also kann der Punto in beide Richtungen in Bewegung gesetzt werden und los gehts !

Ross Castle liegt in einem wunderschönen Teil des Killarney Nationalparks. Direkt an einem See gelegen entspricht es genau meinen Vorstellungen einer Burg in Irland.


Es ist ein so genanntes Towerhouse, d.h. alle Räume liegen übereinander. Ganz unten befinden sich Küche und Gesindekammer. Darüber der Wohnraum und darüber der Schlafraum. Das hat den Vorteil, das die Wärme des offenen Küchenkamins nach oben durch alle Räume steigt. Allerdings auch der beißende Qualm des Feuers.... diese Bauweise ist in Irland, aber auch in Schottland sehr verbreitet.

Nach einer ausgiebigen Pause auf einer Bank direkt am See wurde ich dann so richtig mutig ! Warum sollte ich nicht nach Dingle fahren ?


Also ging es los : gleich die richtige Strasse gefunden, die Anfangs ja auch noch richtig gut zu fahren war. Unterwegs sah ich dann einen Wegweiser : Gap of Dunloe. Neugierig bin ich diesem gefolgt und dann ging es so richtig los... immer tiefer kam ich in eine Berglandschaft hinein. Die Strasse wurde schmaler und schmaler, zuletzt nur noch eine Schotterpiste. Am Ende dieser Strasse war dann ein grosser Parkplatz mit einem Pub und einem Souvenirshop...



von hier geht es dann nur noch mit Pferd und Wagen oder zu Fuß weiter. Zu Fuß schied bei fast 30 Grad aus... und die vielen Kutscher, die mit ihren zweirädrigen Wägelchen schon auf Kundschaft warteten hatten ihren Preis : 60 € waren mir für eine Fahrt durch eine Schlucht doch entschieden zu teuer.. also wird mir das Geheimnis des Gap of Dunloe für immer verborgen bleiben !


Also ging es zurück zur Hauptstrasse und dann endgültig nach Dingle.
Die Strasse führte immer an der Küste entlang und ist ein Teil des Rings of Beara, der nördlich des Ring of Kerry liegt. Das Küstenstädtchen Dingle ist Hauptort der Dingle Halbinsel, aber bis dahin waren es noch aufregende Minuten..
Teilweise führte die Strasse direkt am Berg entlang, d.h. links auf meiner Seite ging es steil abwärts und rechts war sofort der felsige Berghang... also langsam und vorsichtig, denn die Strasse ist einspurig und man denkt : hier passt nur einer drauf, aber, oh Schreck : manchmal kommt einem aber doch einer entgegen... PKW gehen ja noch, aber LKW und Busse ? ..und die fahren in einem unheimlichen Tempo ! Da hilft nur : links ran in eventuelle Büsche und beten !








Trotz all dieser Aufregung, die Fahrt lohnt sich. Man hat wunderschöne Ausblicke auf die Buchten, und kleine Eckchen zum anhalten findet man auch...






Gut und heil in Dingle angekommen stoppe ich erstmal am Hafen. Nur wenige Schiffe liegen dort, dafür wimmelt es aber von Touristen ...






Ich laufe in Richtung Ort und bewundere die bunten Häuser, die pittoresken kleinen Läden und genieße den Tag !
Wie bei allen Touristen darf natürlich das Foto des wohl am häufigsten photographierten Pubs in Dingle nicht fehlen :





aber es ist wahnsinnig heiß und ich hab einen, wenn auch dünnen Pulli an !. Wer denkt bei Irland auch schon an diese Mittelmeer Temperaturen ?
Also hinein in einen dieser Souvenirshops, die meistens auch Strickwaren der Aran Islands und die mit *Guinness* und * I love Ireland* bedruckten T- Shirts verkaufen. Aber mir steht nicht der Sinn nach einem Pulli sondern nach einem leichten Leinenhemd.... und da der Ladeninhaber so nett ist und die Sonne so heiß kaufe ich gleich zwei dieser typischen Bauernhemden. Sehen aus wie Opa´s Nachthemd in kurz, sind aber sooo schön kühl und luftig !

Nebenan gibt es kalte Getränke und so setze ich mich doch sogleich in meinem neuen Hemd, einem Sandwich und einer grossen Dose Bulmer´s (ein irischer Cidre, wie Apfelsaft mit Kohlensäure, sehr lecker ! ) an die Hafenmole................

So gestärkt und erfrischt mache ich noch einen Stadtbummel und starte dann so langsam wieder in Richtung Killarney.
Dort wartet schon Noreen, die Inhaberin meines B&B, im Garten mit einem leckeren, kalten Bier auf mich und will genauen Bericht, was ich heute so alles erlebt habe !
Mit viel Gelächter und netten Plaudereien klingt dieser erste *richtige* Tag in Irland aus...........


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