greatfamine

Die als Große Hungersnot "Great Famine" in die Geschichte Irlands eingegangene Hungersnot war die Folge mehrer Kartoffel-Missernten zwischen 1846 and 1849.
Auslöser war der Pilz »Phytophtora infestans«, der in mehreren aufeinander folgenden Jahren die gesamte Kartoffelernte vernichtete. Da die Kartoffel vor allem für die arme Bevölkerung Irlands im Lauf des 19. Jahrhunderts zum wichtigsten Grundnahrungsmittel geworden war, führte der Ernteausfall zum Tod von schätzungsweise 500.000 bis einer Million Iren und der Auswanderung einer weiteren Million, in erster Linie nach Kanada und in die USA.

Während dieser Zeit wurde vom englischen Adel in Irland eine Getreidewirtschaft betrieben, deren Ernten jedoch für den Export bestimmt waren und der irischen Bevölkerung nicht zur Verfügung standen.
Die Katastrophe erhöhte drastisch die ökonomische Abhängigkeit Irlands vom britischen Nachbarn, wohin nun nicht nur Getreide und Vieh exportiert wurden, sondern auch jener Teil der Bevölkerung, den die Heimat nicht ernähren konnte.
Die Mehrheit der Bevölkerung, ca. 2/3 war von der Landwirtschaft abhängig. Lebten um 1800 noch etwa 5 Millionen Menschen auf der Insel, waren es in der Mitte des 19. Jahrhunderts ca. 8,5 Mio. Dadurch wurde der Boden noch mehr parzelliert, und musste unter immer mehr Menschen aufgeteilt werden. Zudem zwangen viele Landlords die Bauern trotz allem zu den üblichen Abgaben. Die Konsequenzen: Die Emigration wurde zu einem normalen Bestandteil des Lebens, und viele Familien, vor allem im Westen Irlands, wurden stark dezimiert.

Als zwischen 1845 und 1851 die Kartoffelernten im ganzen Land von der Braunfäule befallen wurden, kam es zur Katastrophe.
Schätzungsweise 1,5 Millionen Iren verhungerten. Mehr als eine Million Menschen starben , und mehr als sechs Millionen verließen bis 1856 die Insel, davon zweieinhalb über Cobh.
Die Hungerjahre veranlasste Massen, den Weg über den Atlantik, anzutreten, zusammengepfercht und unter untragbaren hygienischen Bedingungen. Die Schiffe waren überfüllt, verseucht und als "Sargschiffe" verrufen.

Die meisten wollten in die USA und nach Kanada, einige riskierten die Reise nach Australien. Bis Anfang des 20.Jahrhunderts waren auf Einschiffung wartende Auswanderer in Cobh ein gewohnter Anblick.

Die Iren die die Reise nach Amerika überlebten, landeten in Castle Garden in New York. Obwohl hauptsächlich Bauern, siedelten sich die meisten unter oft furchtbaren Lebensbedingungen in Manhattan an.

In den 30er Jahren ließen weltweite Rezession und Einwanderungsbeschränkungen in den USA und Kanada die Zahl der irischen Auswanderer zurückgehen.


Ein Ergebnis der Hungersnot war die Entstehung einer starken irischen Gemeinschaft in den USA. Die Einwanderer arbeiteten sich in der amerikanischen Gesellschaft allmählich nach oben und wurden relativ wohlhabend. Sie forderten die US-Regierung auf, die Briten zu einer Änderung ihrer Irland-Politik zu bewegen.

Die militante Gruppe Clan na Gael entsandte US-Bürgerkriegs-Veteranen nach Irland, die in den fenianischen Erhebungen von 1865 und 1867 mitkämpften.

»The Great Famine« war ein Ereignis von kolossaler Bedeutung und zeigte vielschichtige politische und soziale Konsequenzen. Die Katastrophe war der Auftakt zum langsamen Sterben des irischen Westens, das auch die gälische Sprache berührte. War das Gälische bis dahin eine lebendige Sprache gewesen, die vorwiegend von der verarmten Landbevölkerung gesprochen wurde, so existierte es fortan, aufgrund des Massensterbens und der Emigration, nur noch als institutionalisierte Sprache, die an den Schulen einer zunehmend urbanisierten Gesellschaft gelehrt wurde. Die Katastrophe erhöhte drastisch die ökonomische Abhängigkeit Irlands vom britischen Nachbarn, wohin nun nicht nur Getreide und Vieh exportiert wurden, sondern auch jener Teil der Bevölkerung, den die Heimat nicht ernähren konnte. Die Folge war, dass in den Städten der Industrieregionen Schottlands und Nord-Englands große irische Communities entstanden.

Kurz hinter Westport, mit Blick auf den heiligen Berg Croagh Patrick steht das Famine Monument.

Ein Ort der Erinnerung und der Besinnung.
Es soll an all die Opfer der Irischen Hungersnot (1845) erinnern, aber auch an alle anderen heutigen Opfer von Hunger, Gewalt und Krieg. Aber es soll uns auch dazu ermahnen, großzügig gegenüber Anderen zu sein, Fremde im eigenen Land zu achten und Willkommen zu heißen.
Eine Inschrift lautet :  "In stormy seas our lives can be anchors of peace and justice"




 

 " Remember the millions of people who have to walk long distances for water and food, and how the struggle for human freedom is often a long way"

Inschrift, die auch heute noch eine Aktualität besitzt....

 
 

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