shannon

Der mächtige Shannon - weit wie ein Meer....

.....so bezeichnete der englische Dichter Edmund Spenser in seinem Versepos *Faierie Queene * zutreffend diesen großen Fluss, der sich tatsächlich vielerorts wie ein weites Meer über die Landschaft ausbreitet.
Von seiner Quelle bis zum Atlantik hat er eine Länge von 344 km. Als längster Fluss Irlands hat er ein 15.000 qkm umfassendes Einzugsgebiet.
Dieses entspricht fast einem Fünftel der Gesamtfläche Irlands. Er ist mit mehreren Seengebieten verbunden die zusammen einen schiffbaren Wasserweg von 258 km und ein Gesamtgebiet von ca. 2000 qkm ausmachen. Manche der Seen sind große Binnenmeere : Lough Ree ist 30 km und Lough Derg 39 km lang.
Die Seenketten von Boyle und Carnadoe und die Inner Lakes von Lough Ree gehören zum Schifffahrtsweg und stellen eine Reihe kleiner, mit einander verbundener Seen da. Hier findet man ein Tier- u. Pflanzenparadies, dass seines Gleichen sucht.

(Blick auf Lough Derg )




Natürlich ist ein Fluss dieser Ausmaße von enormer Bedeutung für Leben und Geschichte des Landes und seiner Menschen seit prähistorischen Zeiten bis in unser heutiges Leben hinein. Bis etwa zum 16. Jahrhundert war Irland dicht mit großen Laubwäldern, Gebüsch und Haselsträuchern bewachsen. Der Shannon bot die einfachste Art der Verbindung ohne die Last der Wegbahnung durch Wälder und Moore. Hierzu verwendete man wahrscheinlich eine Art Einbaum, wie sie in den großen Seen gefunden wurden. Auch andere Funde beweisen, dass bereits 8000 Jahre vor Christus hier Menschen lebten.
Obwohl es entlang des Shannon wenig Anzeichen einer prähistorischen Besiedlung gibt, fand man beim Ausbaggern des Flusses immer wieder Geräte und Waffen aus Bronze die beweisen, dass diese Gegend 2000 bis 1000 v. Chr. besiedelt war. Vermutlich waren diese Gegenstände Opfergaben, die einem Flussgott od. einer Flussgöttin dargebracht wurden. Ab dem 5. Jahrhundert begann das *Goldene Zeitalter* des Shannon, als die frühchristlichen Klostersiedlungen hier gegründet wurden, wie die des heiligen Ciarán in Clonmacnois.

(Clonmacnoise )




Diese bedeutendste Klostersiedlung des Shannongebietes lag an der Stelle, wo sich die Hauptstrassen Irlands, nämlich die Ost-West Verbindung entlang des Eiscir Riada und die Nord-Süd Strasse entlang des Shannon , kreuzten. Es gibt Hinweise, dass hier bereits vor der Klostergründung ein wichtiger Ort an der Handelsstraße existierte. Holy Island oder Inishcealtra auf Lough Derg ist mit ihren vielen Sehenswürdigkeiten eine weitere interessante Klostersiedlung. Genauso wie Hare Island, wo St. Ciarán vor seiner Gründung von Clonmacnoise als Einsiedler gelebt hatte.

Die Wikinger, die auf dem Shannon ins Land eindrangen ( ca. 840 ) verwüsteten sämtliche Klöster entlang seiner Ufer bis nach Norden hinauf zum Lough Ree. Schlimmer und anhaltender waren jedoch die Folgen der Eroberung durch die Normannen (ca. 1160 ) Von ihren östlichen Stellungen überquerten sie den Shannon und errichteten Brückenköpfe um von hier aus ihre Eroberung der westlichen Provinzen ( Connaught in 1240 ) fortzusetzen. Einer dieser Brückenköpfe war in Athlone , wodurch Clonmacnoise aus seiner maßgeblichen Position verdrängt wurde.
Die Iren leisteten Widerstand und begannen ab dem 15. Jahrhundert durch die Errichtung von Turmschlössern und kleinen Burgen ihre eigene Vormachtstellung zu konsolidieren. Beispiele hierfür sind die Burg der McDermotts auf einer Insel auf Lough Key, oder durch den Bau von Derryhivenny Castle im Jahr 1643 nördlich von Portumna.

(Athlone Castle )



Schifffahrt auf dem Shannon

Der Shannon war seit frühen Zeiten eine wichtige Handelsstraße, er ermöglichte den Wikingern tief ins Land einzudringen, wobei sie ihre Langboote vermutlich einfach durch die Untiefen schleppten.
Erst im 18. Jahrhundert begann man mit dem Ausbau der Schifffahrtsstrecke. Die Arbeiten zeigten sich als sehr schwierig, da auf einigen Abschnitten ein enormes Gefälle zu überwinden war. Dieses konnte nur durch den Bau von Schleusen und Kanälen bewerkstelligt werden. Ein für die damalige Zeit schwieriges Unterfangen. Der Shannon wurde nun von Dampfschiffen befahren, die der Beförderung von Personen und Gütern gleichermaßen dienten. Als die Arbeiten am Ausbau der Wasserstrasse beendet waren begann das Zeitalter der Eisenbahn. Die Passagierschiffe stellten ihren Dienst ein und die Güterbeförderung ging merklich zurück.
Ein Versuch, die Dampfer 1897 wieder in Betrieb zu nehmen, scheiterte. Heutzutage fahren, von einigen größeren Ausflugsdampfern abgesehen, nur noch Privatboote und Boote von Bootscharterfirmen auf dem Shannon.

Durch seine einzigartige Flora und Fauna, insbesondere aber durch seinen Reichtum und die Artenvielfalt an Speisefischen ist der Shannon mittlerweile zu einem begehrten Urlaubsziel, nicht nur für Angler, geworden. Man kann immer wieder nur an die Vernunft der Menschen appellieren, uns allen diese wunderbare Flusslandschaft nicht durch unüberlegte Umweltverschmutzung zu zerstören. Manches was man heute leider schon sehen muss, sei es an einigen Marinas oder auch mitten in der Natur, lässt befürchten, dass hier in punkto Umweltschutz noch viel getan werden muss. Hier aber sind wir alle gefordert. Tragt durch umweltbewusstes Verhalten bitte dazu bei, diesen einzigartigen Fluss in seiner Schönheit zu erhalten.

 
 

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